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Was ist Peak Oil?

Die Ölvorkommen der Erde sind in ihrer Menge begrenzt und unregelmäßig verteilt, außerdem verschieden leicht zu erschließen und von unterschiedlicher Größe. Normaler betriebswirtschaftlicher Rationalität folgend wurden in der Vergangenheit in der Regel zuerst die großen, billig zu erschließenden und leicht zugänglichen Ölfelder ausgebeutet (man denke an Texas, die Arabische Halbinsel oder Baku), während unzählige andere Lagerstätten, die nur kleine Vorräte enthalten, in der Tiefsee liegen oder politisch umstritten sind, aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Attraktivität ignoriert werden, bis kein „einfaches Öl“ mehr zur Verfügung steht.

Dies aber hat zur Folge, dass die Förderung von Öl im Laufe der Zeit – allen technischen Fortschritten zum Trotz – immer aufwändiger wird und irgendwann mengenmäßig nicht mehr erhöht werden kann, weil die alten („einfachen“) Felder so schnell leer werden, dass das mühsam aus neuen („schwierigen“) Feldern gewonnene Öl diesen Rückgang nicht mehr ausgleichen kann. Schließlich werden auch immer weniger neue Felder gefunden, und die Förderung sinkt weiter und weiter nach unten. Diese Überlegungen hat der Geophysiker L. Marion Hubbert in den 1950er Jahren erstmals in eine Theorie umgesetzt, ihm zu Ehren heißt die glockenförmige Erdöl-Förderkurve daher auch „Hubbert-Kurve“. Der Scheitelpunkt der Kurve, ab dem die Fördermenge wieder absinkt, ist als „Hubbert-Maximum“, „Ölfördermaximum“ oder Peak Oil bekannt.

Bis jetzt wurde Hubberts Theorie durch das Eintreten regionaler Fördermaxima immer wieder bestätigt. So haben beispielsweise die USA ihren Peak bereits 1970 erreicht, für Indonesien trat die Förderspitze im Jahr 1977 ein, für die Nordsee um die Jahrtausendwende, für Mexiko schließlich 2004. Für das Datum des globalen Peak Oil – der sich logisch aus der Summe der regionalen Förderkurven ergibt – gibt es viele Schätzungen. Die Optimisten rechnen mit einem Peak um 2030, die Internationale Energieagentur spricht neuerdings von 2020 und warnt vor Lieferschwierigkeiten ab 2012, einige Wissenschaftler glauben sogar, dass die maximal mögliche Fördermenge bereits 2007/2008 erreicht wurde.

In einem Bericht für das US-Energieministerium hat der Physiker Robert Hirsch gewarnt, dass die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen des Ölfördermaximums nur beherrschbar seien, wenn etwa 20 Jahre vor dessen Eintreten mit rigorosen Gegenmaßnahmen begonnen werde. Welcher Schätzwert also auch immer der richtige ist – die Zeit zum Handeln ist jetzt.